Unser Auftrag

§ 1 SGB VIII 
Recht auf Erziehung, Elternverantwortung, Jugendhilfe

 

  1. Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.
  2. Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
  3. Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Absatz 1 insbesondere:
  • junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,
  • Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen,
  • Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen,
  • dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.

 

§11 Abs.1 SGB VIII

Jugendarbeit

 

"(1) Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen."

Dabei sollen die jungen Menschen zum Mitbestimmen und Mitgestalten ermutigt und befähigt werden. So wollen wir durch unsere Angebote Handlungsräume eröffnen, die für junge Menschen die Entfaltung ihrer Persönlichkeit, die Übernahme gesellschaftlicher Mitverantwortung und soziales Engagement ermöglichen. Gerade auch junge Menschen, die sich in besonderen Problemlagen befinden, sollen hier einen Ort finden, der ihnen in einem Klima von Toleranz und Wohlwollen Möglichkeiten bietet, sich zu entfalten.


Katholischer Gedanke

Neben den gesetzlichen Bestimmungen der OKJA sieht sich die kath. Offene Kinder- und Jugendarbeit aufgrund der kath. Soziallehre und des Synodenbeschlusses „Ziele und Aufgaben kirchlicher Jugendarbeit" der Aufgabe verpflichtet, `Offene Türen´ in kath. Trägerschaft offen für alle Menschen zu gestalten. Der gesamtkirchliche Auftrag besagt, dass die Angebote so gestaltet werden, dass sie für alle Menschen sind ungeachtet ihrer sozialen und kulturellen Herkunft.
Grundlage unseres Engagement in der OKJA ist das christliche Menschenbild, das jedem Menschen eine ihm eigene, unveräußerliche Würde zusagt.

 

Pädagogisches Handeln

 

Prinzipien


Diskursivität:
Die Offene Kinder und Jugendarbeit ist durch wenige bürokratische Vorgaben, fachliche Handlungsvorgaben und Regelungen gekennzeichnet, weshalb der pädagogische Alltag durch ein aushandeln und gemeinsames Gestalten gekennzeichnet ist.

Partizipation:
Mitsprache: Kinder und Jugendliche dürfen ihre Meinung frei äußern und abstimmen.
Mitbestimmung: Kinder und Jugendliche werden als gleichberechtigter Gesprächs- und Entscheidungspartner wahrgenommen.  
Mitwirkung: Aktives und Kreatives Mitgestalten von Angeboten und der eigenen Lebenswelt.
Ziel ist die gesellschaftliche Teilhabe und Teilnahme.

Offenheit:
Ziele der Offenen Kinder- und Jugendarbeit werden direkt in den Einrichtungen, unter den gegebenen Rahmenbedingungen und den Interessen, Bedürfnissen, Problemstellungen und Themen der Besucher bestimmt.
Das pädagogische Handeln erfolgt prozessorientiert und situationsabhängig. Angebote richten sich an alle Kinder und Jugendliche unabhängig ihrer Sozial- und Altersgruppe.

Freiwilligkeit:
Die zwanglose, unverbindliche Teilnahme ist Voraussetzung für Offenheit und Flexibilität, Spontaneität und Kreativität in unseren Einrichtungen.

Niederschwelligkeit/Erreichbarkeit:
Unsere Offenen Kinder- und Jugendtreffs sind zeitlich und räumlich, ohne jede Vorbedingung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erreichbar.


Räume

Durch die Bereitstellung unserer Treffräume ermöglichen wir Begegnung und regen zur Interaktion und Kommunikation an.

 

Personelles Angebot

  • Aushandlungspartner: Wir zeigen Interesse an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen  und nehmen ihre Ideen, Themen, Bedürfnissen und der Lebenswelt wahr. Bei uns erfahren sie Grenzen, können Kompromisse aushandeln und können den Alltag gemeinsam mit uns und gleichberechtigt gestalten.
  • Alternative Rollen- und Erwachsenenbilder: In unseren Einrichtungen können klischeehafte Stereotype durch authentisches Verhalten der Mitarbeiter relativiert werden und bekannte Rollen- und Geschlechterbilder in Frage gestellt werden.
  • Kontinuität und Verlässlichkeit: Durch verlässliche Präsenz der Mitarbeiter und regelmäßigen Öffnungszeiten bieten wir den Kindern und Jugendlichen Sicherheit und Struktur.
  • Anwalt der Kinder und Jugendlichen: Wir vertreten die Rechte und Interesse von Kindern und Jugendlichen. Weiterhin verstehen wir und als Bindeglied, das Lebensbedingen und - wirklichkeiten von Kindern und Jugendlichen transparent macht und für eine Verständigung über die Lebenswelt und Themen von Kinder und Jugendlichen sorgt. Wir weisen auf defizitäre gesellschaftliche Strukturen hin.
  • Qualifizierte Begleitung: Auf der Grundlagen der pädagogischen Haltung, des Könnens und des Wissens reagieren wir reflektiert und angemessen auf Situationen und Dynamiken. Außerdem unterstützen wir Kinder und Jugendliche in Krisenhaften Lebenssituationen.
  • Ressourcenorientierung: Wir nehmen die Kompetenzen und Ressourcen der Zielgruppe wahr und stärken sie.
  • Christliche Werteorientierung: Christliche Normen und Werte werden von uns (vor-)gelebt und vertreten